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Jul 26

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Ökonomie der Herzen

Die aktuelle Situation

Für viele Menschen in unserem Land wird es immer deutlicher: so kann es nicht weiter gehen. Banken und Manager gehen hohe Risiken ein, die dann vom Steuerzahler getragen werden müssen. Politiker verschulden unsere Gesellschaft, um ihre Macht zu erhalten. Die alten Sicherungssysteme werden auf lange Sicht versagen. Mitarbeiter werden als Schachfiguren in einem rasanten Wettbewerb geopfert.

Die aktuelle Finanz- und partielle Wirtschaftskrise bietet uns in Deutschland die Chance, unser bisheriges Vorgehen in Wirtschaft und Gesellschaft zu überdenken. Technisch gesehen gehören wir zur Weltspitze, wir haben viel an Innovation erreicht. Kulturell und emotional tragen wir oft noch die Haltungen des Mittelalters in uns. Unsere soziale Innovation liegt weit hinter der technischen zurück. Und das obwohl wir inzwischen viele effektive Methoden haben, um das private und berufliche Leben zu gestalten.

Vom Haben zum Sein

Bereits 1976 forderte Erich Fromm in seinem Buch “Haben oder Sein” die Entwicklung einer neuen wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Haltung. Die einseitig auf  “Haben” ausgerichtete Orientierung führt dazu, dass der Wert des Menschen und des Unternehmens rein monetär gesehen werden.

Folgen für die Menschen: Billiglöhne, Leiharbeit, Burnout

Folgen für die Unternehmen: Existenzkampf, Übernahmen, Insolvenzen

Folgen für die Gesellschaft: Staatsverschuldung, Spekulationsblasen, Rettungsfonds

Heute können wir die Ergebnisse einer einseitigen auf Konsum und schnellen Profit ausgerichteten Wirtschaft klar erkennen.

Der Mensch im Mittelpunkt

Wir werden uns bewusst, dass die lineare Sichtweise von Wirtschaft in die Sackgasse führt. Es geht darum, die Gesamtheit der menschlichen Bedürfnisse zu sehen: ökonomische Sicherheit, psychisches Wohlergehen und spirituelle Bedürfnisse. Erst wenn der Mensch wieder in seiner Vielfalt gewürdigt wird finden wir zu einer “Ökonomie der Herzen”

Schritte zu einer Ökonomie der Herzen

Was kann jeder einzelne von uns tun, um an einer Umgestaltung der Wirtschaft und damit auch der Gesellschaft mitzuwirken? Hier einige Impulse:

  • Arbeit am eigenen Selbstwert: Menschen, die innerlich wissen was sie wert sind, brauchen sich nicht mehr abhängig von Bezahlung und Konsum fühlen
  • Zusammenarbeit und Kooperation in einer Haltung der Fülle: Wenn wir davon ausgehen, dass es zu wenig Geld, Nahrung usw. in dieser Welt gibt, ist Konkurrenz und der Kampf um die Ressourcen die logische Folge. Was der Andere mehr hat fehlt mir in letzter Konsequenz. Diese Fehleinschätzung gilt es zu verändern.
  • Geld wieder als wertvolles Werkzeug zur Erreichung der Ziele für den Menschen sehen: Aufgrund unserer einseitigen monetären Haltung ist Geld ein Wert oder Ziel an sich geworden. Die Folge: Geld erhält einen unangemessenen Status und wird zum Selbstzweck.
  • Abschaffung des Zinssystems: Zinsen sorgen dafür, dass versucht wird mit Geld Geld zu verdienen. Spekulationsblasen sind die Folge davon. Es geht der Bezug zur Realwirtschaft verloren. Darlehen und Kredite werden weiter wichtig sein, sollten aber gegen Bearbeitungsgebühr vergeben werden. Auf diese Weise wird wieder mehr Geld in Umlauf gebracht und so kann es seine wirkliche Aufgabe erfüllen.
  • Beteiligung der Mitarbeiter, Kunden und Partner: Innovative Unternehmen nutzen die Kreativität und das Engagement aller Menschen, die mit dem Unternehmen verbunden sind. Auf diese Weise stellen sie sicher, dass die Produkte und Dienstleistungen an den Bedürfnissen ausgerichtet sind. Damit rückt der Mensch wieder in den Mittelpunkt des Wirtschaftens.

Wir sind am Anfang eines langen Prozesses. Jeder Schritt ist sinnvoll und mit ausreichend Geduld und Beharrlichkeit werden wir bald die ersten Früchte unserer Arbeit sehen.

Ökonomie der Herzen

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